Hydropuls

by Peter Gundahl
by Peter Gundahl

BIO:

Hydropuls - Jazzcore aus Deutschland    

 

Hydropuls ist eine hochenergetische Jazz-Funk-Combo, die rohe Kraft und akribische Improvisation in Einklang bringt.

Geleitet wird das düstere Quintett aus Saarbrücken vom Posaunisten Christof Thewes – einem altgedienten Improvisator, der bereits mit Squakk und Die Enttäuschung zusammengearbeitet hat und derzeit in Alexander von Schlippenbachs Globe Unity Orchestra spielt – und dem E-Bassisten Tom Lengert. Lengert ist gebürtiger Franzose mit Wurzeln im Hardrock. Hydropulsʼ feuriger Ansatz verschmilzt freie Improvisation mit einer groovelastigen Jazz-Rock-Struktur. Thewes und Bariton-Saxofonist Hartmut Oswald prägen die kraftvollen melodischen Formen des Quintetts mit ihrem schroffen, tosenden und dennoch fließenden Sound im unteren Frequenzbereich über einem aufgewirbelten Boden aus Funk. Im Spiel von Gitarrist Johannes Schmitz wiederum fließen Funk und Rock ineinander und erinnern an das hektische Chaos der New Yorker No-Wave-Szene Ende der 1970er-Jahre. Ihre kompakten Songstrukturen durchbrechen die fünf Musiker mit selbstsicherer Wucht, machen dem Titel ihres nächsten Albums „High Speed Underground“ alle Ehre, wenn sie ihre Soli in rasanten Tempi entfesseln. Doch die komplexen Kompositionen von Thewes und Lengert sind nicht minder raffiniert als aggressiv – und in der Wucht ihrer Attacke offenbart die Band messerscharfe Präzision.

Christof Thewes - trombone, composition
Hartmut Oßwald - baritone-sax
Tom Lengert - bass, composition
Johannes Schmitz - guitar
Martial Frenzel - drums

 

 

Bio (english):

This gritty quintet from Saarbrücken is co-led by trombonist Christof Thewes – a veteran improviser who’s worked with Squakk and Die Enttäuschung, and who currently plays in Alexander von Schlippenbach’s Globe Unity Orchestra – and electric bassist Tom Lengert, a French native with a hard rock background. Hydropuls possesses a fiery attack melding free-form improvisation within a groove-heavy jazz-rock framework. Thewes and baritone saxophonist Hartmut Oswald shape the quintet’s burly melodic shapes with an appealingly gruff but still fluid low-end over roiling funk. The band lives up to the title of its forthcoming album “High Speed Underground”, ripping through the compact charts with assured ferocity, with each soloist unleashing solos at a blistering pace. Guitarist Johannes Schmitz possesses a sound braiding funk and rock that recalls the frantic mayhem of New York’s late 1970s no wave scene. But the knotty compositions by Thewes and Lengert are as refined as they are aggressive, and the band’s attack reveals a razor-sharp precision.

 

Christof Thewes - trombone, composition
Hartmut Oßwald - baritone-sax
Tom Lengert - bass, composition
Johannes Schmitz - guitar
Martial Frenzel - drums

 

 

Live:

2020

 

11.09.: @ Terminus, Saarbrücken 19:30

 

26.09: @ Freak Show, Würzburg (14:00) cancelled!!

 

07.11: @ Jazzfest Berlin (Studio 1, Saarländischer Rundfunk) (18:30)

 

Music:

Pics:

Discography:

2020: "Hydropuls" - Hydropuls, bandcamp

2016: "Live at Burg Herzberg-Festival" - Hydropuls, bandcamp

Press:

Besprechung Hydropuls von Rigobert Dittmann (Bad Alchemy) Oktober 2020

 

Doch, typisch Freakshow, now for something completely different - HYDROPULS brennt Free-Funk-Jazz-Punk unter den Nägeln. Auf "Hydro­puls", sechs Ende 2019 bei Krischall Sonic Service aufgenommenen Brand­anschlägen, spielen die Brandstifter gleich auch noch Feuerwehr: Hartmut Oßwald am Baritonsax, Johannes Schmitz an der E-Gitarre und Martial Frenzel an den Drums, Letztere Freakshow-erprobt als die trapsenden Nachtigallen von Uhl, hier aber angestiftet von Thomas Lengert am Bass und Christof Thewes an der Posaune. Wir erinnern uns: Thewes tutet um Saarbrücken herum (insbesondere im Spielraum Heiligenwald) mit dem Undertone Project, Phase IV oder als Trombonealone hochkarätigen NowJazz und stimmt im Modern Chamber Trio eigene Neue Musik an. Bis zum Corona-Break war er auch in Berlin zugange mit Die Enttäuschung, dem AAR Trio, im Kaluza Quartett, mit Grid Mesh oder Ruf der Heimat. Hydropuls verbindet mit Dynamik, Grande Vitesse und Feuereifer und den Wasserdruck von älteren (Thewes ist Jg. 1964) und jüngeren Schläuchen (Frenzel, sein Quartett-Partner auch bei der "SurRealBook"-Reihe, ist Jg. 1985). 'Feet on Fire' macht, funky und ostinat, mit launigen Stakkatoketten den Dachhasen heiße Pfoten. Rasante 32stel Noten, gehackt mit der Virtuosität chinesischer Köche. 'Pump Up the Jazz' behält die hohe Drehzahl und Frickelfrequenz bei, mit launig posaunierten Kapriolen und Schmitz'schem Schrappel-Irrwitz an der Kippe zum Hals-über-Kopf. Ist 'La Kaze en Feu' ein Gruß nach Lille an Christian Pruvost und Peter Orins? Die Bläser toben umeinander mit öligen Schmierern und zuckenden Zackenkämmen, Frenzel klappert, was das Zeug hält. Wie Dr. Funkenstein auf Speed, noch der lahmste Arsch folgt da dem quicken Kopf. Selbst 'Dead Eyes Under Water' drängt vom Ophelia-Blues hin zum fiebrig Vitalen, das bei 'Highspeed Underground' wie ein verrückter Hund in der Pfanne den eigenen Schwanz jagt. Und auch für 'Electric God', das mit Bläservolldampf, pulsendem Allachsantrieb und furiosem Gitarrenspitfire als dennoch melodieseliger Gabber-Funk im Harmony Express ins Ziel rast, ist Prestissimo das Höchste. Typisch deutsch? Ja wo rasen denn die TGVs? [BA 108 rbd]

 

 

 

 

Review zum Gig auf dem FreakShow-Artrock-Festival in Würzburg am Sept. 2018

von Rigobert Dittmann (Bad Alchemy)

 

Am Samstag beginnt das freakische Tagwerk mit Hardcore-Jazz von HYDROPULS aus Saarbrücken. Frontmann ist der Highspeed-Bassist Tom Lengert, ein Veteran mit Extreme-Noise-Vergangenheit. Etwas unerwartet pustet da neben den beiden Uhl-Männern Martial Frenzel an den Drums und Johannes Schmitz an der Gitarre Christof Thewes seine Posaune (mit Die Enttäuschung, Squakk und Grid Mesh ein Hochkaräter des NowJazz). Denn Highspeed ist bei diesem dynamischen Krawall dermaßen groß geschrieben, dass seine Lippen auf so fluchtgeschwinden Abwegen Brandblasen werfen. Derart stürmisch Halbstarkes legt man eigentlich unter Jugendsünden ab.Schmitz bricht mehrfach den Geschwindigkeitsrekord, mich würde es noch mehr beeindrucken, wenn er dabei Fäustlinge trüge. Frenzel, der ja mit Thewes in The Ascension Factor, Phase IV und Quartetto Pazzo NowJazz-Lorbeer pflückt und in dessen "SurRealBook" bei E angelangt ist, holter-dipoltert hyperkonzentriert auf der Überholspur des Highways to Hell. Zu diesem frickeligen Geplocker Posaune zu röhren, ist nicht gerade nahe-liegend, aber man sollte feuerköpfige Jazzer eben nicht unterschätzen. Zumal einen, der sich anschließend als inspiriert erklärt durch die Schön-heitsvorstellung des Thomas von Aquin: claritas - debitas proportio sive consonantia - integritas, ein stimmiges Ganzes, das ausstrahlt und die Energie entfacht, nach dem Guten und Wahren zu streben. Aber hat der Doctor Angelicus dabei nicht Maßhalten angemahnt und gewarnt vor den Arten von Lust, die uns mit den Tieren gemeinsam sind?

 

Technical Rider:

Technical Rider Hydropuls.pdf
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Contact:

schmitz-jo@gmx.de